Definition von Phanerophyten. Was ist das?
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Definieren wir den Begriff Phanerophyt. Was ist das? Sie haben zwei Möglichkeiten: Entweder Sie sehen sich die Videodefinition direkt darunter an oder die Textdefinition etwas weiter unten.
VORHER: RAUNKIER-Klassifizierung
Der Begriff Phanerophyt ist eng mit der Raunkier-Klassifikation verwandt. Falls Ihnen die Raunkier-Klassifikation unbekannt ist: Es handelt sich um eine ökologische Pflanzenklassifikation, die sich ausschließlich auf Gefäßpflanzen (Tracheophyten) bezieht. Algen, Moose und Lebermoose gehören daher nicht zu diesem Klassifikationssystem.
Raunkiers Klassifizierung verwendet die Positionierung ruhender Knospen außerhalb der Vegetationsperiode, um terrestrische Pflanzen (Bäume, Sträucher, Farne, krautige Pflanzen oder sogar Wasserpflanzen) zu klassifizieren.
Der Begriff Phanerophyt entspricht somit einer der verschiedenen Pflanzenkategorien.
Abschließend sei noch erwähnt, dass es weitere Pflanzenklassifizierungssysteme gibt. Die phylogenetische Klassifikation beispielsweise kategorisiert Lebewesen anhand ihrer Verwandtschaftsverhältnisse. Sie ist das modernste und am weitesten verbreitete Klassifizierungssystem in der Wissenschaft.
Bei Pflanzen hat man sicherlich schon von der Cronquist-Klassifikation gehört. Sie wird jedoch heutzutage kaum noch verwendet.
Raunkiers Klassifizierung ist für Feldstudien nützlich. Sie ermöglicht ein gutes Verständnis der untersuchten Umwelt und wird daher in der Pflanzensoziologie, Pflanzengeographie und Klimaforschung eine Rolle spielen.
Definition von Phanerophyten
- Phanerophyten sind Gefäßpflanzen (Tracheophyten), die über ruhende Luftknospen in mehr als 50 Zentimetern Höhe verfügen.
Mit anderen Worten: Phanerophyten sind Pflanzen, die die harte Jahreszeit (in Europa ist dies der Winter) überstehen, indem sie die Stängel mit den Knospen den widrigen Bedingungen aussetzen.
Diese Definition umfasst daher hauptsächlich Bäume, Sträucher und Büsche. Also vorwiegend Holzgewächse.
- EINIGE BEISPIELE:
Um Ihnen eine gute Vorstellung davon zu geben, was ein Phanerophyt sein kann, hier drei aussagekräftige Beispiele.
- MEHRERE ARTEN VON PHANEROPHYTEN:
Schließlich lassen sich vier verschiedene Arten von Phanerophyten unterscheiden. Ursprünglich wurde nicht zwischen laubabwerfenden Phanerophyten wie Pappeln und immergrünen Phanerophyten wie den meisten Nadelbäumen unterschieden. Diese Unterscheidung wird jedoch mittlerweile getroffen.
Hier sind also die verschiedenen Kategorien von Phanerophyten:
- Makrophanerophyten : Ein Makrophanerophyt ist eine Pflanze, deren verholzte Stämme eine Höhe von über 8 Metern erreichen. Dies trifft beispielsweise auf viele Eichenarten oder die Douglasie zu.
- Mesophanerophyten : Mesophanerophyten besitzen verholzte Stämme mit einer Höhe zwischen 2 und 8 Metern. Viele Strauch- oder kleine Baumarten fallen in diese Kategorie, beispielsweise der Aprikosenbaum .
- Mikrophanerophyten : Mikrophanerophyten sind Pflanzen von eher kleiner Stängelhöhe von nur 0,5 bis 2 Metern. Viele Garrigue-Pflanzen , wie beispielsweise die verschiedenen Stechginsterarten, gehören zu dieser Kategorie.
- Nanophanerophyten : Nanophanerophyten sind verholzende Pflanzen, deren Stämme weniger als 50 cm lang sind. Sie werden oft mit Chamaephyten verwechselt. Einige Heidekraut- und Hülsenfruchtarten zählen zu den Nanophanerophyten.
Neben Phanerophyten gibt es noch weitere botanische Bezeichnungen.
Der Begriff Phanerophyt ist nicht der einzige, der in Raunkiers Klassifikation häufig verwendet wird. Tatsächlich finden auch andere botanische Begriffe in diesem Klassifikationssystem weite Verbreitung.
Zum Beispiel, ohne ins Detail zu gehen:
- Chamaephyten : bezeichnet mehrjährige, krautige oder verholzende Pflanzen, deren ruhende Knospen sich 30 bis 50 cm über dem Boden befinden. Beispiel: Echter Thymian und alle anderen Thymianarten .
- Hemikryptophyten : Hemikryptophyten sind mehrjährige (oder zweijährige) Pflanzen, deren Knospen knapp über der Bodenoberfläche erhalten bleiben, deren oberirdische Stängel aber im Winter absterben. Viele Rosettenpflanzen gehören zu dieser Kategorie, beispielsweise die Gefleckte Königskerze oder der Blut-Fingerhut.
- Geophyten : Geophyten sind Pflanzen, die dank eines Speichersystems wie Rhizomen, Zwiebeln oder Knollen unterirdisch überwintern. Beispiele hierfür sind die Mittelmeer-Iris (Iris des Garrigue) oder die Kartoffel.
- Hydrophyten sind Wasserpflanzen. Sie sollten nicht mit Algen verwechselt werden. Auch mit Helophyten werden sie oft verwechselt. Hydrophyten sind Wasserpflanzen, deren vegetatives System größtenteils unter Wasser liegt und die unter Wasser, nicht über Wasser, überwintern. Beispiele hierfür sind Seerosen oder die Kanadische Wasserpest (Elodea canadensis).
- HELOPHYTEN : Helophyten sind Pflanzen, die häufig mit ihren Wurzeln im Wasser wachsen, aber mit ihren ruhenden Knospen überwintern. Beispiele hierfür sind Uferbäume wie die Silberweide oder die Schwarzerle. Es gibt aber auch krautige Pflanzen wie Binsen oder Seggen.


